Ausgangslage: Nach langen Vorbereitungen hatte der Lahn-Dill-Kreis am 17. 12.2012 einen Antrag auf ein Bürgschaftsdarlehen des Landes Hessen in Höhe von rd. 43 Mio. Euro bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen in Wiesbaden abgegeben. Dem ging eine  eineinhalbjährige Vorarbeit voraus. Es sollten durch eine kommunal geführte GmbH 550 Kilometer Glasfaser verlegt und 950 Kabelverzweiger ausgebaut werden. Dies war notwendig geworden, weil die Telekom keine Ausbauabsichten im Lahn-Dill-Kreis hatte und von den Kommunen im Falle eines Ausbaus einen Betrag in Höhe von 28 Mio. Euro verlangen würde. Der Darlehensantrag steht kurz vor der Entscheidung durch das Land Hessen.

Mittlerweile hat die Telekom ihre Strategie grundlegend geändert. Sie will in sieben Kommunen des Lahn-Dill-Kreises Geld in die Hand nehmen und einen Teilausbau betreiben.

Wetzlar will das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt vollständig ausbauen, ohne einen Zuschuss zu verlangen. Die Änderung der Strategie der Telekom hat erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche und erfolgreiche Umsetzung des Kommunalmodells im Lahn-Dill-Kreis.

Auf die veränderte Situation hat die Steuerungsgruppe „Lahn-Dill-Breitband“ am 18. September 2013 als Alternative zum „Kommunalmodell“ das s. g. „Zuschussmodell“  in einer Dienstversammlung den Bürgermeistern empfohlen.

Dies bedeutet, die Lahn-Dill-Breitband-Initiative schreibt europaweit den flächen-deckenden Ausbau im Lahn-Dill-Kreis (ohne Wetzlar und Lahnau) aus. Die  Steuerungs-gruppe rechnet mit einer durch den Lahn-Dill-Kreis und voraussichtlich 21 Städten und Gemeinden aufzubringende Wirtschaftlichkeitslücke in einer Größenordnung von rund 12 Mio. Euro. Diese sollte nach Empfehlung der Bürgermeister-Dienstversammlung  je zur Hälfte durch die Kommunen und dem Lahn-Dill-Kreis getragen werden. Parallel dazu wird nunmehr eine europaweite Ausschreibung nach dem „Zuschussmodell“ vorbereitet.

Die Stadt- und Gemeindeparlamente sowie der Kreistag werden sich demnächst mit dieser Alternative beschäftigen. Parallel dazu wird nunmehr eine europaweite Ausschreibung nach dem „Deckungslückenmodell“ vorbereitet.

„Die Aktivitäten des Lahn-Dill-Kreises und seiner Kommunen haben sich gelohnt. Die Telekom hat sich massiv bewegt“, so Landrat Schuster. „Größter Nutznießer unserer Aktivitäten wird die Stadt Wetzlar sein.“

Landrat Schuster rechnet mit dem Ausbaubeginn Mitte 2014 und mit dem Abschluss der Arbeiten bis spätestens Ende 2016. Er fordert das Land Hessen auf, neben dem s. g. Bürgschaftsmodell auch das Zuschussmodell zu fördern.